Einschulungsgottesdienst 2014

"Unterm Schirm des Höchsten"

"Unterm Schirm des Höchsten"
"Unterm Schirm des Höchsten"

Der Eintritt in die die Schule ist ein besonders spannender Augenblick für unsere Kinder und ihre Familie. Wie schön, dass wir sie in diesem Moment ganz bewusst unter den Segen Gottes stellen dürfen. Wir haben unseren Erstklässlern in diesem Jahr Psalm 91 mit auf den Weg gegeben:

 

"Wer unter dem Schirm des Höchsten lebt, der bleibt im Schatten des Allmächtigen. Er sagt zum Herrn:' Meine Zuflucht und meine Burg, mein Gott.' Ich vertraue auf ihn."

 

(1) "Lernen ist ein Geschenk"

In einer 2600 Jahre alten Geschichte konnten wir nacherleben, wie der Schüler Daniel unter dem Schirm/Schutz Gottes stand. Zuerst sah es nicht so aus, als sein Zuhause dem Erdboden gleichgemacht wurde und er mit seinen Landleuten nach Babylon verschleppt wurde; in das Reich des großen Königs Nebukadnezar.

Das Ischtar-Tor
Das Ischtar-Tor

Leider können wir heute nicht mehr schauen, wie die Stadt aussah, in die Daniel verschleppt wurde. Aber zum Glück gibt es Menschen wie Robert Koldewey, die mit ihrer Schippe nach historischen Schätzen buddeln. Er wurde vor 170 Jahren in unserer Nachbarstadt Blankenburg geboren und reiste über 4000 km in den heutigen Irak. Dort stieß seine Schaufel schnell auf Überreste vom alten Babylon: Z.B das sog. Ischtar-Tor, dass jetzt im Pergamon-Museum steht. Auf Bildern und Modellen konnten wir sehen, in welch weit entwickelte Stadt Daniel kam.

Dort wurde er nicht wie ein Gefangener behandelt. Nebukadnezar sagte: "Ab heute gehört ihr zu mir, und dafür schenke ich euch erstmal Bildung."

Der König schickte Daniel mit seinen Freunden in seine Schule, damit sie danach zu den Weisen seines Landes gehören und ihn beraten konnten.

Der erste Punkt unseres Abenteuers lautete:

 

Lernen ist ein Geschenk.

Will man mir das Denken schenken,
kann ich bald durch’s Leben lenken.

 

Ich nehm‘ es gerne an,
damit ich mich entwickeln kann.

Aktion 1: Fahrschule
Aktion 1: Fahrschule

Den ersten Schirm konnten sich die Kinder verdienen, indem sie mit einem kleinen ferngesteuerten Auto durch das Ischtar-Tor mit dem richtigen Buchstaben fahren. Daniel hatte damals noch "Keilschrift" gelernt. Dabei wurde ein Keil in eine Lehmtafel gedrückt. Unsere Buchstaben sehen heute anders aus.

Der Alptraum
Der Alptraum

(2) "In Gott geborgen"

Dann stand aber plötzlich alles auf Messers Schneide. Das Leben von Daniel und seinen Mitschülern war in Gefahr. Nebukadnezar hatte einen Alptraum. Als ihm keiner seiner Berater sagen konnte, was er geträumt und was das zu bedeuten hat, wollte er alle töten lassen.

Panik bei Daniel & Kollegen
Panik bei Daniel & Kollegen

Da brach eine große Panik unter den Weisen des Landes aus. Wir erinnerten uns an manche Situation, wo auch Druck in unserem Lernen aufgebaut wird, vielleicht sogar beim Lernen:

"Wenn du das nicht schaffst, dann ..."

  • "... kannst du was erleben!"
  • "... fällst du durch!"
  • "... blamierst du dich!"

Hirnforscher haben herausgefunden, dass Angst und Lernen sich ganz schlecht vertragen. Angst hemmt den Lernvorgang. Verspürt unser Gehirn Angst, sucht es die schnellst mögliche Antwort, die es bereits in seinem Fundus hat. In einer angstfreien Umgebung kann es dagegen neue Pfade bilden, kreativ werden, neue Erkenntnisse abspeichern.

Wir brauchen eine Grundgeborgenheit, um gut lernen zu können.

Im Schlaf geschenkt
Im Schlaf geschenkt

"Den Seinen schenkt's der Herr im Schlaf" (Psalm 127)

 

Das durfte Daniel erleben. Er träumte das Gleiche wie Nebukadnezar. Ein Traum, der diese Grundgeborgenheit in Gott ausdrückt: Wenn auch alles andere wackelt und sich verändert - Gott bleibt. Auf ihn darf ich bauen.

Das war der 2. Punkt des Abenteuers:

 

Ich bin geborgen

Wer nur lernt mit Schrecken,
kann schwer neues Wissen wecken.

 

Gutes Lernen braucht Vertrauen,
angstfrei will auf Gott ich bauen.

 

Ob Erfolg oder Pleite,
Gott bleibt an meiner Seite.

 

„Ich bin immer da für dich.“
Mit diesem Wissen lerne ich.

Aktion 2: "Angry Nebu"
Aktion 2: "Angry Nebu"

Nach dieser Botschaft wartete die zweite Aufgabe auf die Kinder. In Nebukadnezars Traum ging es ja so wacklig zu wie bei "Angry Birds". Eigentlich hätte das Spiel auch "Angry Nebu" heißen können.

Jedes Mal, wenn uns dieses Spiel begegnet dürfen wir daran denken, dass wir bei Gott geborgen sind. Er wackelt nicht.

Seite 3: Jetzt wird's heiß
Seite 3: Jetzt wird's heiß

(3) "Farbe bekennen"

So richtig wacklig wurde es für Daniels Freunde auf der nächsten Seite. Gerade noch von einer Statue geträumt, ließ der König gleich eine anfertigen. 3 Meter breit und 30 Meter hoch. Das ist 3x so hoch wie unser Gemeinde-Saal. Doch seine Statue hatte einen kleinen Unterschied: Sie bestand nicht aus verschiedenen Materialien wie im Traum, sondern nur aus einem - aus seinem: GOLD. Die Statue sollte seine Macht darstellen. Und damit da keine Fragen offen bleiben. Sollten alle Berater des Königs sich vor der Statue niederwerfen und sie anbeten. Wer das nicht tut, brutzelt im Ofen.

Es muss ein komisches Bild gewesen sein, als die 3 Köpfe von den Freunden Daniels als einzige aus der niederfallende Masse herausragten. Sie mussten bestimmt ganz weiche Knie bekommen haben. Eigentlich will man ja dazugehören und kein Sonderling sein. Doch manchmal ist es wichtig "Farbe zu bekennen" und nicht alles mitzumachen, nur weil es alle machen.

Deswegen hieß es im dritten Punkt:

 

Ich darf Farbe bekennen

Die Mehrheit keine Wahrheit macht,
die Moral über allem wacht.

Anstatt nur immer mit zu schwimmen,
darf man auch mal gegen stimmen.

Anstatt nur hinterherzurennen,
gilt es Farbe zu bekennen.

Aktion 3: Das Experiment
Aktion 3: Das Experiment

Gott hatte die 3 Freunde im Ofen tatsächlich beschützt, so dass sie nicht verbrannten. Das durften wir in einem Experiment miterleben. (Herzlichen Dank an meinen Kollegen André Lang, von dem ich es abschauen konnte.) Wir tauchten Papier in ein Gemisch aus Spiritus und Wasser (1:1) und einem Löffel Salz. Als wir das Papier nun anzündeten, verbrannte nur der Alkohol. Das Papier bliebt beschützt durch das Wasser unbeschadet.

"Daniel in der Schäfchen-Grube" oder so ähnlich
"Daniel in der Schäfchen-Grube" oder so ähnlich

(4) "Ein Leben lang"

Im letzten Abschnitt haben wir gesehen, dass der Schutz Gottes nicht nur etwas für die Schule ist, sondern etwas für's ganze Leben. Selbst als Daniel alt war, stand er unter dem Schirm des Höchsten. Das konnte er selbst in der Schäfchen-Grube erleben. Oder waren es doch andere Tiere?

Auf jeden Fall hieß es abschließend:

 

Gottes Schutz - mein Leben lang

Wird das Leben mir auch manchen Schlag verpassen,
auf den lieben Gott will ich mich verlassen.

Wohin wir auch im Leben geh‘n,
wird er an unsrer Seite steh‘n.

Ob gestern, heute oder morgen
weiß ich mich in ihm geborgen.

Aktion 4: Löwenfütterung
Aktion 4: Löwenfütterung

Auch den letzten Schirm verdienten sich die Kinder souverän, indem sie den hauseigenen Löwen mit Socken fütterten.

Erinnerungen